EXZELLENZ
Das Streben nach Exzellenz bestimmt die akademische Welt nicht erst seit der von der deutschen Bundesregierung ausgerufenen Exzellenzinitiative. Exzellenz bedeutet, vorne mitspielen zu können, sich an die Spitze einer wissenschaftlichen Initiative zu stellen, mit Innovationen zu glänzen, mit Kreativität und Akribie zu überzeugen. Exzellenz in den Grundlagenwissenschaften bildet das Fundament der „Translational Science“. Exzellenz in der Wissenschaft bedeutet aber auch, diese wo immer möglich in den Dienst der Gesellschaft stellen: Exzellente Wissenschaft überwindet die akademische Abgeschiedenheit, nimmt den Dialog mit der Praxis auf, stellt sich der Kritik der Praktiker oder - um mit Popper zu sprechen – prüft ihre
Bewährung.
Exzellenz und Dialog sind Qualitäten, denen sich die Universität Konstanz verpflichtet fühlt. Dabei gilt es einerseits wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen und anderseits diese praxisrelevant zu kommunizieren. Die Vermittlung sollte wenn immer möglich fächerübergreifend sein, Grenzen überwinden - auch
solche zwischen Ländern und Kulturen. Im Fall von Konstanz ergibt es sich auf ganz natürliche Weise, mit Offenheit Grenzen in beide Richtungen zu überschreiten.
Exzellenz und Dialog sind auch die Qualitäten, die das Internationale Symposium für Forensische Psychiatrie leiten, eine Tagung, deren Organisatoren Professoren und Dozenten der Universität Konstanz und Mitarbeiter des Amtes für Justizvollzug im Kanton Zürich sind, also eine Tagung, bei der sich Wissenschaft und Praxis die Hand geben. Das Bestreben, hervorragende Experten aus Praxis sowie Forschung in einem gesellschaftspolitisch bleibend relevanten Bereich zusammenzubringen und so den Wissenstransfer über akademische, fachliche und geographische Grenzen zu ermöglichen, zeugt von kreativer Exzellenz - dem Erfolgsmodell „Freiräume für Kreativität“, dem sich die Universität Konstanz verpflichtet fühlt.
Prof. Dr. Dr. U. Rüdiger
Rektor der Universität Konstanz